Die nackten Augen der Nacht


Originaltitel:
Les cauchemars naissent la nuit
Alternativtitel:
Nightmares Come at Night
Jahr:
1970
Eingetragen:
10.06.2014
IMDB-Wertung:
5/10

Oha… der deutsche Titel, so sinnlos er ist, ist in diesem Fall sogar ein Fortschritt gegenüber dem Original: „Alpträume werden des Nachts geboren“? Noch schlimmer ist allerdings immerhin die anglo-amerikanische Sprachwelt mit der Wortwiederholung, die das ganze noch sinnloser macht, dran. Aber gut, Soledad Miranda ziehrt das Cover und Publikumsliebling Jess Franco saß auf dem Regiestuhl, als wird's selbstverständlich geguckt!

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Alptraum!
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Real oder Einbildung?

Erstmal steht allerdings Diana Lorys im Blickpunkt: Als Anna plagen sie Alpträume, in denen sie brutale Morde begeht. Diese wirken ihr sehr real, einmal glaubt sie sogar, nach dem Aufwachen echtes Blut an ihren Händen zu haben – das allerdings bei Eintreffen ihrer Geliebten Colette (Colette Giacobine) bereits von der Dusche abgespült ist (sofern es jemals dagewesen war). Colette zieht einen Arzt (Paul Muller) hinzu.

Soweit, so gut – aus diesem simplen Anfang sind bereits gute Geschichten gemacht worden. Was nach diesen ersten zehn Minuten jedoch folgt, ist eine als Rückblende ausgestaltete Erzählung Annas gegenüber diesem Arzt, die sich gleich mal locker mehr als eine Stunde zieht! Sie erzählt davon, wie sie in ihrem Beruf als Stripperin Colette, die den Club als Stammkundin frequentierte, kennengelernt hat. Was das kausal mit den Alpträumen zu tun hat? Erstmal unklar, es besteht nur eine zeitliche Korrelation zwischen dem Beginn der Probleme und Annas Einzug in Colettes Haus.

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Laaaaangweilig!
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Die direkte Nachbarschaft einer feudalen Burg

Annas Chef, so berichtet sie, habe ihr die Anweisung gegeben, ihre Stripshow möglichst langzuziehen. Sie nahm ihm beim Wort und Franco nimmt es zum Anlass, gefühlt den Großteil des gesamten Films damit zu verbringen, Anna leichtbekleidet herumsitzend und -liegend zu zeigen. Meist mehr oder weniger bewegungslos – die wohl ödeste „Stripshow“, die jemals auf Film gebannt wurde! Handlungsfortschritt genau wie interessante Ästhetik in dieser endlose Phase: Fehlanzeige!

Das Interesse an dem Grund für die Alpträume ist also längst verflogen, als dann plötzlich in den letzten 20 Minuten ein Nachbarspärchen (Andrés Monales und Soledad Miranda) eingeführt wird, das in einem offensichtlich völlig woanders gelegenen Haus wohnt, niemals mit den anderen Handlungsträgern interagiert und verbal Bemerkungen in Richtung eines angedeuteten Kriminalfalls fallen lässt. Dessen Auflösung dann dermaßen lachhaft ist, dass sie einem immerhin im Negativen im Gedächtnis bleibt – ein heißer Kandidat für die ewige Liste der peinlichsten Vorwände für eine Handlung! Nur ist das wohl kaum das, womit man im Gedächtnis bleiben will.

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