Necronomicon – Geträumte Sünden


Originaltitel:
Necronomicon – Geträumte Sünden
Alternativtitel:
Succubus
Jahr:
1968
Eingetragen:
10.06.2014
IMDB-Wertung:
5,4/10

Seine surrealen Filme gehören generell zu den stärkeren in Jess Franco Gesamtwerk. Doch Surrealismus birgt auch einige Risiken. Das offensichtlichste: Wenn keiner mehr versteht, was da auf der Leinwand vor sich geht, geht auch die Wertschätzung über Bord!

Necronomicon (Lovecraft'sche Anleihen sucht man vergeblich) beginnt mit einer seltsamen Porno-Folterszene, die sich schließlich durch eine öffnende Kameraeinstellung als Bühnenshow herausstellt (eines der ersten Auftreten dieser von Franco häufig genutzten Technik). Deren Hauptdarstellerin Lorna (Janine Reynaud) hat in der folgenden Nacht einen surrealen Alptraum, in dem sie ein unbekanntes Gruselschloss, anscheinend unwissentlich ihres, besucht. Nach dem Aufwachen folgt eine Party, die jedoch nicht viel logischer verläuft. Und von daher geht es abwärts mit der Nachvollziehbarkeit der „Handlung“.

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Es soll wohl angedeutet werden, dass Lorna entweder „Faustine“, ein mythologischer Succubus, oder aber eine durchgedrehte Mörderin, die unter völligem Realitätsverlust leidet, ist. Doch faktisch bekommt man als Zuschauer nichts auch nur ansatzweise Verwertbares vorgesetzt. Die einzigen Dialoge bestehen ausschließlich aus stumpfen Aufzählungen von Namen aus Literatur, Film und anderen Medien. Im besten Fall bedeutungslos, wirkt aber eher wie prätentiöses Gehabe seitens der Autoren dieses Drehbuchs.

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Ohne jegliche Figur, an der man sich auch nur ansatzweise als Realitätsanker festhalten oder mit der man zumindest sympatisieren kann (Reynaud kommt extrem unsympatisch rüber, ohne dass man das ihrer schauspielerischen Fähigkeiten anrechnen kann), und auch ohne vielleicht zumindest eingangs verwendete reale Exposition kommt niemals der Eindruck einer irgendwie durchdachten Handlung unterstützt von nachvollziehbarer Symbolik auf. Doch gerade der Surrealismus braucht diese exakte Vorarbeit – sonst kommt genau solch ein Schlamassel raus!

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