Justine


Originaltitel:
Marquis de Sade: Justine
Alternativtitel:
Justine de Sade
Jahr:
1969
Eingetragen:
26.06.2014
IMDB-Wertung:
5,2/10

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Alle Spielen Justine übel mit: Banditen…
Jess Franco verfilmt den Marquis de Sade? Leider ist alles, was man über diese Film lesen kann, wahr: Das höhere Budget führte nicht etwa zu einem besonders sehenswerten Klassiker, sondern machte Justine zu einem zahmen, schnulzigen Kostümschinken. Klaus Kinski führt die Besetzungsliste an? Er bestreitet seine fünf Minuten Rahmenhandlung vollkommen stumm und ohne jegliche Interaktion mit anderen Charakteren. Die eigentliche Hauptdarstellerin, Romina Power, präsentiert sich leider genau so, wie auch der Regisseur es charakterisierte: ausdruckslos und hölzern. Die „Unschuld vom Lande“, aus der ihre Rolle größtenteils besteht, nimmt man ihr noch ab, aber verschiedene Emotionen, geschweige denn Entwicklung, sind nicht zu sehen.

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…Adel…
So kommt das Moralstückchen um die beiden Schwestern (Power als Justine und Maria Rohm als Juliette), die von ganz unten kommen und mit ihrem Schicksal völlig unterschiedlich umgehen, reichlich kitschig rüber. Juliette, die immerhin sofort im Bordell landet, dort ihre Chefin ermordet und bestiehlt und dann mordend und brandschatzend weiterzieht, ist kaum zu sehen. Dass sie sich schließlich einen königlichen Minister (Gérard Tichy) angelt, erfährt man nur im Rückblick; wie überhaupt nicht. Und Justine? Die wird halt laufend vergewaltigt und sonstwie missbraucht, obwohl sie ja so ein Unschuldslamm ist. Oder weil. Während ihre fiese Schwester eben ganz nach oben schnellt. Deren Leben aber dafür, so ihre Schlussaussage „leer“ sei. So anscheinend das „große moralische Statement“.

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…und Regisseur.
Aber dafür, dass der Protagonistin laufend Gewalt angetan wird, sieht man davon herzlich wenig: Sex und Gewalt sind bis auf ganz wenige, sehr verklausulierte Szenen völlig abwesend. Was die Zuschauerschaft nicht nur der üblichen Dosis nackter Frauen, sondern eben auch jeglicher Grundlage für eine Empathie mit Justine raubt. Selbst in der Episode mit den durchgeknallten Mönchen (u.A. Jack Palance und Howard Vernon im extremen Overacting-Modus), die sich Sexsklavinnen (u.A. Claudia Gravy und Rosalba Neri) halten, besteht nur aus in die Kamera gesprochenen Monologen an einem Esstisch!

Und dann muss man sich eben irgendwann fragen: Wer soll sich das noch angucken? Und dann auch noch mehr als zwei Stunden (!) durchhalten? Dann doch lieber (zeitlich) kurz & (optisch) knackig!

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