Der Mann, der lacht


Originaltitel:
The Man Who Laughs
Jahr:
1928
Eingetragen:
20.08.2014
IMDB-Wertung:
7,7/10

Gwynplaine (Conrad Veidt) ist der prototypische Joker: Als Kind (Julius Molnar) wurde ihm ein breites Lachen ins Gesicht geschnitten. Er verdient seinen Lebensunterhalt als „Freak“ auf dem Jahrmarkt. Die blinde Dea (Mary Philbin), die er als Baby vor dem sicheren Tod bewahrte, verehrt und liebt ihn – doch eine Hochzeit kommt für den Entstellten nicht in Frage; zu sicher ist er sich seiner Hässlichkeit. Überhaupt leidet er ungemein unter genau dem, was ihn berühmt macht: die permanente Aufmerksamkeit, die ihn dauernd – ungeachtet seines tatsächlichen Gemütszustandes – auslachende Menschenmasse.

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Was er jedoch nicht weiß (der Zuschauer schon) ist, dass er der rechtmäßige Erbe eines englischen Lords ist, der durch eine Intrige um seinen Besitz gebracht worden war. Eine weitere Hofintrige später findet er sich als Spielball im House of Lords wieder…

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Ein seltsames Drama, das sich da entfaltet. Es wäre Stoff für eine absurde Komödie, stünde in ihrem Zentrum nicht Conrad Veidt, dem es gelingt, selbst mit der unmenschlich starren Fratze in seiner unteren Gesichtshälfte immer noch eine große Bandbreite an Emotionen zu vermitteln. Dies geschieht damit primär über seine Augen und seine Körperhaltung. Ohne ihn könnte man sich das alles kaum ernsthaft angucken. Mit ihm erhält die zutiefst unglaubwürdige Geschichte trotz ihrer holzschnittartigen Figuren zumindest auf menschlicher Ebene eine mitfühlbare Tragik. Wenn es einen verdienten Star des deutschen Expressionismus gab, dann war es Veidt!

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