Die Hand


Originaltitel:
The Hand
Jahr:
1981
Eingetragen:
21.08.2014
Bearbeitet:
22.05.2016
IMDB-Wertung:
5,5/10

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Mit dem Zeichnen…
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…ist es bald vorbei.
Jon Lansdale (Michael Caine) verdient seinen Lebensunterhalt als Autor und Zeichner des Barbarencomics „Mandro“. Seine Ehe mit Anne (Andrea Marcovicci) könnte dagegen besser laufen: Sie drängt auf eine „Trennung auf Zeit“, will mit der gemeinsamen Tochter Lizzie (Mara Hobel) in die Stadt ziehen. Bei einem hitzigen Streit darüber geraten die beiden in einen Autounfall, bei dem Jon seine rechte Hand verliert.

Er bekommt zwar eine mechanische Roboterhand, zeichnen kann er jedoch nicht mehr. Die Verhandlungen mit seinem Verleger, als Autor gemeinsam mit einem neuen Zeichner weiterzuarbeiten, scheitern. So nimmt Jon stattdessen eine Stelle als Lehrer an einer Provinzschule an, während Anne und Lizzie in New York bleiben.

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Die Hand…
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…und ihr früherer Besitzer.
Jon findet sich hier einer Bande nicht sonderlich begeisterungsfähiger Schüler gegenüber. Überhaupt passiert in dem verschlafenen Nest wenig. Jon hat immer wieder Visionen voller Gewalt, in der seine abgetrennte Hand quasi als autonom agierendes Wesen vorkommt. Er beginnt eine Affäre mit der Studentin Stella (Anni McEnroe). Doch als er davon erfährt, dass diese auch noch etwas mit einem anderen Mann (Bruce McGill) hat und der Besuch Annes und Lizzies nicht so läuft wie gewünscht, drohen die Visionen Wirklichkeit zu werden.

In der lange etablierten Tradition mörderischer Hände, die natürlich eigentlich doch nur externalisierte Projektionen der aggressiven Fantasien ihrer schizophrenen Besitzer sind, reiht die Die Hand qualitativ irgendwo im Mittelfeld ein. Sehenswert ist Michael Caines Leistung, der allerdings auch die einzige nennenswerte Rolle innehat. Von vornheren wird Jon als jähzorniger Kontrollfreak dargestellt – ein riskantes Unterfangen für einen Protagonisten. Sein mentaler Abstieg wird darüber hinaus auch in seinem verkommenden Äußeren reflektiert und die Inszenierung ist auch sonst reich an kleinen interessanten Details (wie die plötzlich geänderte Beschriftung des Weihnachtsgeschenks).

Doch in dieser Fokussierung auf die Hauptfigur liegt gleichzeitig die Schwäche des Films: Drumherum passiert nicht viel. Die anderen Charaktere sind nur Staffage, die Umgebung, in der sich Jon bewegt, wirkt künstlich, nicht lebendig. Clichés wie der einfühlsame Yogalehrer hätte man eigentlich in den 1980ern schon als zu peinlich identifizieren und aus dem Drehbuch schmeißen müssen.

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