Night Ripper – Das Monster von Florenz

Poster
Originaltitel:
Il Mostro di Firenze
Jahr:
1986
Eingetragen:
06.12.2015
IMDB-Wertung:
5,1/10
TMDB-Wertung:
5,5/10


Hannes schreibt:

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Spielfilme auf Basis angeblich echter Kriminalfälle sind im längeren Rückblick meist ziemlich uninteressant. Ohne den angenommenen Nervenkitzel von wirklichen aktuellen Bezügen geben solche Fiktionalisierungen meist nur wenig her.

Night Ripper versucht diesbezüglich bei seiner Aufarbeitung des Falls eines Serienmörders, der von den späten 60er Jahren bis in die 80er unverheiratete Liebespaare bei ihren Stelldicheins in Autos meuchelte, einen Kunstgriff: Schriftsteller Andreas (Leonard Mann) fühlt sich von den Ermittlungen seiner journalistischen Freundin Giulia (Bettina Giovannini) inspiriert, überwindet endlich seine Schreibblockade (sein Buch ist thematisch ähnlich gelagert).

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Lebenserwartung: gering
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Mit anderen Worten: Der Film gibt offen zu (oder stellt zumindest zur reflektierenden Diskussion), dass das im folgenden Dargestellte eine Mischung von Fakten (Mordzeit, -ort und -opfer) und reiner Fiktion ist. Andreas' eigene Recherchen münden in Rückblenden, die jeweils seine Sicht der Hergänge zeigt; d.h. sie enthalten Details, die faktisch gar nicht bekannt sein könnten.

Eine potentiell interessante Struktur, nur entbindet sie nicht vom Spinnen einer dann auch interessanten Geschichte. Dem einfallslosen Andreas fällt nichts Besseres ein als die populärpsychologische Freud'sche Deutung: Sein Mörder ist aus seiner Kindheit traumatisiert, da sein impotenter Vater seine Mutter dazu trieb, mit anderen Männern Sex zu haben, damit er dabei zusehen könne. Gähn…

Night Ripper setzt also entgegen des Zeittrends auf Psychologisierung an Stelle (allzu) voyeuristischer Gewaltszenen. Ob das eine gute Entscheidung war?

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