Die Katze

Poster
Originaltitel:
Die Katze
Jahr:
1988
Eingetragen:
28.08.2017
IMDB-Wertung:
7,1/10
TMDB-Wertung:
6,9/10


Hannes schreibt:

DieKatze01.jpg
Man glaubt es kaum, dass in Deutschland mal Kinofilme jenseits von Schweiger-Beziehungskomödien und Bully-„Humor“ produziert wurden. Für eine ganz ansehnliche Reihe ist Dominik Graf verantwortlich, bis auch seine Karriere mit dem Totalflop Die Sieger zu einem abrupten Ende kam (seitdem dreht er nur noch Fernsehkrimis von Tatort bis Polizeiruf 110). Die Katze, ausgerechnet, war wahrscheinlich rückblickend soetwas wie sein Freifahrtschein für die Produktion der Sieger.

Die Geschichte dreht sich um einen versuchten Bankraub. Hintermann Probek (Götz George) hat alles geplant und koordiniert per Funk. Die Drecksarbeit sollen Junghein (Heinz Hoenig), gerade frisch dem Gefängnis entflohen, und Britz (Ralf Richter) erledigen. Insiderinformationen hat Probek durch seine Geliebte Jutta Ehser (Gudrun Landgrebe) erhalten, die Ehefrau des Filialleiters (Ulrich Gebauer).

DieKatze02.jpg
Doch gleich zu Anfang erfahren bereits die Zuschauer, dass Probek ein falsches Spiel spielt. Er gibt der Polizei einen anonymen Hinweis auf den laufenden Überfall, so dass Junghein und Britz nichts anderes übrig bleibt, als Geiseln zu nehmen. Ein Nervenduell mit Einsatzleiter Voss (Joachim Kemmer), mit dem Junghein bereits eine Historie hat, beginnt, bei dem der noch unerkannte Probek dann allerdings erstmal wieder sehr tatkräftig den eingekesselten Gaunern handfest zu Hilfe kommt. Was sind seine wahren Motive?

Genau um diese Frage dreht es sich im Verlauf dann auch. Opfert er Junghein als Kollateralschaden, um selbst an das Lösegeld zu kommen? Oder steckt doch mehr dahinter? Graf gelingt eine gute Balance aus gezielt eingesetzten Actionmomenten (bspw. Probeks Sabotage des Polizeitransporters) und gestreuten Informationsschnippseln aus der Vergangenheit der Charaktere, die mögliche Puzzlestücke einer Motivation sein könnten. Letztere, ohne dass es aufgesetzt wirkt, was schon ansehnlich genug ist. Doch durch diverse Wendungen und recht geschickte Vorausdeutungen setzt Graf sogar noch einen drauf. Sehr gut erzählt, überraschend gut gespielt – wenn deutsches Kino so aussähe…

Kommentare



:
:
Botverifikation:
: