Prometheus – Dunkle Zeichen

Poster
Originaltitel:
Prometheus
Jahr:
2012
Eingetragen:
29.10.2020
IMDB-Wertung:
7/10
TMDB-Wertung:
6,501/10


Hannes schreibt:

Man kann Ridley Scott den Etikettenschwindel nicht einmal vorwerfen. War die Alien-Reihe in den 90er Jahren auch in einer Sackgasse gelandet, so stellte sich die Sache 2010 schon wieder ganz anders dar. Mit einem Alien-Prequel unter seiner Beteiligung war Kohle zu machen und somit sicher relativ leicht ein Geldgeber zu überzeugen. Dass er selbst gar kein großes Interesse an dem Alien-Stoff hatte, sondern Hard Science Fiction im Kopf hatte, ist geschenkt, denn das könnte ja sogar noch viel mehr begeistern.

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Einsatzbesprechung mit einem Hologramm

So geht es auf der Reise des Raumschiffs Prometheus letztlich um nicht weniger als die Herkunft der gesamten Menschheit, ihre schicksalshaften Platz im Gefüge des Universums, schöpferische Verantwortung im positiven (seine Abkömmlinge zu hegen und zu pflegen) wie negativen (für die Missetaten und Vergehen jener geradezustehen) und nicht zuletzt der Frage, was Menschlichkeit überhaupt ausmacht.

Die Crew bestens ausgebildeter und handverlesener Wissenschaftler befindet sich also auf der Suche nach eben jenen Schöpfern der Menschheit. Aus durchaus egoistischen Motiven, doch dafür interessiert sich der Film nicht sonderlich. Ausgelöst durch die Entdeckung einer Höhlenmalerei, aus deren Strichmännchenästhetik sie messerscharf abgeleitet haben, es sei eine Einladung. Leider nicht der letzte wilde Gedankensprung dieser Art.

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Was auch noch nicht unbedingt schlimm wäre, gäbe es andere Aspekte von Interesse jenseits der Handlung. Die Zusammenstellung der Charaktere soll wohl an das originale Alien erinnern. Nur sind dies eben keine normalen Durchschnittstypen, sondern die Elite der Elite. Was sie nicht davon entbindet, grundsätzlich strunzdoof zu handeln. Und ohnehin hat das Skript anscheinend ausschließlich am Androiden David Interesse. Dieser wird von Michael Fassbender adäquat gespielt. Doch umgeben ist er von Niemanden – Charaktere wie die Schiffskommandantin (Charlize Theron) bieten keinerlei Reibungsfläche und der Tiefpunkt der Irrelevanz ist leider die nominelle Hauptfigur (Noomi Rapace).

Dass dann alle initialen Handlungsfäden ins Nichts laufen, das große Versprechen des Treffens mit dem Schöpfer zwar stattfindet, aber mit einem kurzen Fanservicemoment abgehandelt wird, ist eventuell clever gemeint im Sinne einer unerwarteten Wendung, der Vereinnahmung des Plots durch ein vorher zwar angedeutetes, aber nicht als signifikant wahrgenommenes neues Thema. Doch dann muss man sich die Frage nach der Zielgruppe gefallen lassen.

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