Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse

Poster
Originaltitel:
Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse
Jahr:
1964
Eingetragen:
28.04.2022
TMDB-Wertung:
6/10


Hannes schreibt:

Auf Malta hat Professor Larsen (O.E. Hasse) einen Todesstrahl entwickelt. Er ist jedoch besorgt, denn „in den falschen Händen könnte [seine] Erfindung schreckliches bewirken“. Inwieweit ein Todesstrahl in richtigen Händen, welche das auch sein mögen, Gutes bewirken könnte, bleibt offen. Auf jeden Fall haben sowohl die britische Regierung, vertreten durch Geheimagent Bob Anders (Peter van Eyck), als auch Dr. Mabuse Interesse an dem Erwerb. Mit ersterer hat Larsen noch ein Hühnchen zu rupfen. Letzteren mag er auch nicht. Und überhaupt, wer ist denn diesmal Dr. Mabuse? Anders kennt dagegen auf der Insel jeder und ebenso wissen alle von seiner Geheimmission.

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Schöne…
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…Aussicht

Zugutehalten muss man den Todesstrahlen, dass die Filme Feuerball und Der Mann mit dem Goldenen Colt zu der Zeit noch nicht draußen waren. Wobei man sich bei ersterem Roman ganz sicher bedient hat. Nur reichte es für die Bahamas nicht, also muss sich Senior-Agent van Eyck (der natürlich trotzdem bestens bei der jungen Damenwelt ankommt) mit Malta zufriedengeben. Und statt Britt Ekland bekommen die Zuschauer Rika Dialyna, die unsterbliche Dialogzeilen der Marke „Du treibst dich mit Mädchen herum, während ich im Bordell wie eine Nonne leben muss und auf dich warte!“ von sich gibt.

Ja, schale Komik gibt es in diesem Finale der mal als ernsterer Gruselkrimi gestarteten Reihe leider zu Hauf. In Bonds Schrebergarten zu wildern gelingt auch sonst nur sehr bedingt. Die Unterwasserszenen sind nicht so schlecht, so davon abgesehen ist die Action reichlich unspektakulär und die Schauwerte im Globetrotter-Bereich beschränkt. So ordnen sich die Todesstrahlen im vergessenswerten Mittelfeld der gerade rollenden Eurospy-Welle ein.

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Rückblickend schade, wie schnell Mabuse in den 60ern nie eine eigene stilistische Linie aufbauen konnte. Klar, auch der Agentenfilm war in den 1000 Augen bereits angelegt. Doch dort war es eben immer noch eine ganz frisch wirkende Kombination von Agenten mit gesellschaftlicher Paranoia, die ein stimmiges Ganzes ergab. Paranoiamotive tauchten hier und da in den folgenden Filmen nochmal wieder auf, aber vollkommen entkernt. Man stolperte in Edgar-Wallace-Gefilde. Dann hier die Kehrtwendung in Richtung Agentenaction und blöden Sexwitzchen. Und das dann auch noch nur halbgar. Man kann es wohl als Gnade sehen, dass damit dann Schluss war.

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