Girl You Know It's True

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Originaltitel:
Girl You Know It's True
Jahr:
2023
Eingetragen:
30.06.2024
TMDB-Wertung:
7,5/10


TMDB-Inhaltsangabe:

Mit Musikproduzent Frank Farian steigt Milli Vanilli Ende der 80er Jahre aus dem Nichts zum erfolgreichsten Pop-Duo der Welt auf. Was ihre Millionen Fans nicht wissen: Die beiden singen nicht selbst. Als auf dem Höhepunkt ihres Ruhms die Wahrheit ans Licht kommt, blicken die beiden Stars in den Abgrund und die Welt auf den größten Skandal der Musikgeschichte.

Hannes schreibt:

Für die wenigen, die sich Milli Vanilli überhaupt noch erinnern, ist deren Geschichte ohnehin schon zum Kitsch geworden. Mag sie auch noch so tragisch geendet haben für einen von beiden, so muss man dies praktisch ausblenden. Sonst könnte es nur ein hochnotpeinlicher Betroffenheitsdrama werden. Stattdessen bekommen wir einen Wohlfühlfilm. Was wohl so ziemlich die einzige Möglichkeit sein sollte, darüber überhaupt noch zu reden.

So erzählt ein gut gelauntes Duo (Tijan Njie und Elan Ben Ali) aus dem Backstagebereich seine Geschichte rückblickend. Die naiv-harmlosen Träume der Protagonisten, ihr Abgleiten in die Scheinwelt des Showbusiness der USA, in dem sie sich schließlich selbst als einflussreiche Stars wähnen, wird mit dem spießig-provinziellen Wirken Frank Farians (unerträglich: Matthias Schweighöfer) gegenübergestellt. Beide in ihren Welten gefangen, während die Dinge ein unaufhaltsames Eigenleben entwickeln.

Das Elternmotiv zieht sich dabei durch den Film, ohne zu sehr überstrapaziert zu werden. Robert kennt seine echten Eltern nicht, ist von seinen Adoptiveltern völlig entfremdet. Fabrice telefoniert immer wieder mit seiner ungesehenen Mutter. Als der Betrug um Roberts scheinbaren Vater auffliegt, gelingt Regisseur Simon Verhoeven ein filmischer Clou, indem er vom grundsoliden Armeeoffizier im Büro auf den wahren Gesprächspartner umschneidet. Das explizite Aussprechen der küchenpsychologischen Interpretation von Farian als Ersatzvater spart er sich zum Glück.

Das ist alles ganz gut geschrieben. Ebenso wie das Mantra „Geben wir ihnen was sie wollen“ je nach Phase des Films positiv, negativ, resigniert und am Ende versöhnlich belegt wird. Viel besser hätte man es – abgesehen von erwähnter Fehlbesetzung – durchwegs nicht machen können. Gesehen haben muss man es nicht.

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