Hannes schreibt:
Francesca sieht Bartolo (José María Caffarel) als ihren Vater
Und das nicht nur im übertragenen Sinne, denn es stellt sich heraus, dass sie die Tochter einer alten Flamme Giulios ist. Jene ist jedoch verstorben und kann so nicht mehr konsultiert werden. Aufgrund dieser Unsicherheit und nicht eindeutiger Nachforschungsergebnisse versucht er sich von ihr fernzuhalten, doch das gelingt nicht lange. Schließlich muss er ihr eröffnen, warum er plötzlich Distanz wahrt. Schließlich entschließen sich die beiden, einfach „den Moment“ zu genießen – in dem Wissen, dass es ohnehin nicht von Dauer sein wird…
Ganz nett, aber lange nicht so tiefgründig, wie es gerne wäre. Sämtliche Nebenfiguren, von Giulios Familie bis zu Francescas Mitbewohnerin (Ania Pieroni), sind eindimensional-uninteressant. Francescas Vaterkomplex wiederum ist dermaßen übertrieben, dass es schon fast bizarr wird. Und Giulio selbst ist der holzschnittartige „alternde Mann in der Midlife-Crisis“. Wenn man also die mögliche inzestuöse Dimension weglässt, bleibt nicht viel, als eine ausgelutschte schicksalshaft-deterministische Parallele, die so erzählt wird, dass man am Anfang weiß, wie sie ausgehen wird. Das ist beabsichtigt – so kann man erzählen, aber dann müssten eben die vorher genannten Dinge besser ausgearbeitet werden. Weder eine Reflektion der früheren gescheiterten Beziehung des Protagonisten, noch eine bedeutungsvolle Aussage über sein Leben insgesamt springt heraus.
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