Sex vor sechs Millionen Jahren

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Originaltitel:
Creatures the World Forgot
Jahr:
1971
Eingetragen:
23.06.2013
IMDB-Wertung:
4,5/10
TMDB-Wertung:
5,8/10


Hannes schreibt:

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Gleich doppelter Etikettenschwindel: Nicht nur der deutsche Titel zeichnet (wie üblich) ein falsches Bild vom Inhalt des Films, sondern der Originaltitel genauso! Weder spielt „Sex“ eine eintscheidende Rolle, noch treffen die Steinzeitmenschen auf irgendwelche fantastischen „Kreaturen“ (die Gattung der Bären kann man wohl kaum als „vergessen“ bezeichnen). Anscheinend wollte man sich im Original in die Tradition der zu der Zeit ganz erfolgreich laufenden Steinzeit-/Dinosaurierfilme stellen, und beim deutschen Titel… vielleicht auf das noch viel unsäglichere Als die Frauen noch Schwänze hatten beziehen?

Tatsächlich folgt man einfach der Geschichte eines Steinzeitstammes, der durch einen Vulkanausbruch seine Heimat verliert und sich nach einem langen Marsch durch die Wüste mit einem anderen Stamm blonder Menschen vereinigt. Der Häuptling (Brian O'Shaughnessy) der dunkelhaarigen nimmt sich als Zeichen der Union eine blonde Frau (Sue Wilson) und schon bald ist er Vater von Zwillingen – einem dunkelhaarigen und einem blonden Sohn. Als sie aufwachsen entwickelt sich eine Rivalität zwischen den beiden (Tony Bonner und Robin John), die endgültig ausbricht, als ihr Vater stirbt und so über seine Nachfolge entschieden werden muss.

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Das ganze ist in der nicht unüblichen Tradition der Grunzfilme inszeniert; mangels echter Dialoge muss also alles optisch erzählt werden, was allerdings ehrlich gesagt auch die wirklich einzige Besonderheit ist. Jenseits ernsthaften Interesses plätschert die Geschichte vor sich hin. Das liegt einerseits daran, dass eben spektakuläre Szenen völlige Mangelware sind. Eine Prügelei zwischen zwei Steinzeitmenschen ist schon fast ein relativer Höhepunkt und was Begegnungen mit Tieren angeht, so gibt es nur den eine erwähnten, sehr dunkel gefilmten Kampf mit einem Typen im Bärenkostüm!

Der Charakterkonflikt zwischen den beiden Brüdern kann ebenfalls nicht überzeugen. Erstens wird er ohnehin viel zu spät in die Handlung eingeführt – bis dahin ist ein Großteil des Films bereits vorbei – und vorher passiert auch nichts entsprechendes, was einen aufmerksamkeitstechnisch bei der Stange hielte. Zweitens bleibt der Konflikt völlig unmotiviert: Ohne Erklärung ist der eine Bruder eben „edel“ und der andere „fies“. Doch wie ist es dazu gekommen? Eventuell soll es irgendetwas mit der angedeuteten Konkurrenz um eine junge Frau zu tun haben. Für diese Rolle wurde in guter Tradition des seit Eine Million Jahre vor unserer Zeit bekannten Erfolgsmusters „Miss Norwegen“ Julie Ege engagiert, die sich jedoch sehr unsexy-zugeknöpft gibt, womit dieser Faktor ebenfalls verpufft.

So lange und genau man auch sucht, es findet sich einfach Nichts, das für den Film spricht. Zu deutlich handelt es sich um einen schnellen Nachklapp, um nochmal mit wenig Aufwand ein bisschen Kasse zu machen. Den kann man sich getrost schenken!

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