Der Teufel kam aus Akasava

Poster
Originaltitel:
Der Teufel kam aus Akasava
Alternativtitel:
El diablo que vino de Akasawa
Jahr:
1971
Eingetragen:
28.05.2014
IMDB-Wertung:
4,9/10
TMDB-Wertung:
5,5/10


Hannes schreibt:

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Üble Machenschaften…
Man muss schon recht verzweifelt angesichts des Niedergangs des Erfolges der Edgar-Wallace-Filme gewesen sein, als man sich entschloss, Jess Franco auf den Regiestuhl zu lassen. Der Mann hatte und hat seine Anhänger und zwar auch zu Recht, aber massentauglich war er selbst in seinen besten Momenten niemals. Was ihn nicht davon abhielt, neben dieser auch in der heruntergewirtschafteten Fu-Man-Chu-Reihe eine Chance zu bekommen. Diese Filme sind dann wohl auch das, was Francos Versuch der Massenunterhaltung am nächsten kommt. Was indirekt bedeutet, dass er sich mit einigen seiner bevorzugten Stilmittel zumindest etwas bremsen musste.

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…führen zu einem…
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ernstzunehmenden
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…Spionageeinsatz.
So präsentiert sich Der Teufel kam aus Akasava als zerfahrene, nur leidlich komische Agentenkomödie. Alles dreht sich um einen in Afrika gefundenen, aber sofort gestohlenen Stein, der angeblich normales Metall in Gold verwandeln kann, dessen Strahlung für Menschen aber auch tödlich ist. Der englische (Soledad Miranda und Alberto Dalbés) sowie der italienische Geheimdienst (Jess Franco) senden Agenten. Der Neffe des verschwundenen Wissenschaftlers (Fred Williams), der sich manchmal Rex und manchmal Walter nennt, will ebenfalls mehr erfahren.

Irgendwo dazwischen tummeln sich bei Gelegenheit noch altbekannte Wallace-Darsteller wie Siegfried Schürenberg (aus irgendeinem Grund „Sir Philip“) und Horst Tappert. Die Brücke zwischen den vorigen Wallace-Streifen und Francos Stammensemble bildet Ewa Strömberg, die in beiden Welten zu Hause war. Ein sonderlich konsistentes Bild zwischen den Handlungssträngen, -orten und Figuren ergibt sich nie.

Absurd beispielsweise, wie sich Charaktere urplötzlich soweit misstrauen, dass sie sich schon mit Waffen an die Gurgeln gehen, dann aber beruhigenden Behauptungen einfach mal glauben – und in jeder noch so unpassenden Situation mit sexueller Intention übereinander herfallen. Apropos Sex: Wie von Franco zu erwarten, besteht die Hauptaktivität in den Ermittlungen der Agentin Miranda darin, sich in ihrem Tarnjob als Stripperin auf der Bühne vor mittelalten, hornbebrillten Männern auszuziehen.

Was man sich natürlich immer angucken kann, aber die Einbettung stimmt einfach nicht. Der Selbstzweck ist allzu transparent. Es knackt und knirscht an allen Ecken und Enden, nichts will zusammenpassen. Die beiden männlichen Heldenfiguren sind sich sogar optisch dermaßen ähnlich, dass man sie nicht ernsthaft auseinanderhalten kann – was wiederum den Verdacht aufdrängt, es handle sich um die Kombination mehrerer Skriptfragmente.

Ein leidlich zahmer Franco kann somit ziemlich langweilig sein. Seine stärksten Momente hatte er immer dann, wenn er mit absurden Ideen glänzen konnte. Wenn die surreale Handlung als Erklärung für die Löcher des Drehbuches herhalten konnte. Ein weltlicher Spannungsbogen fiel ihm dagegen augenscheinlich schwer.

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